Nachhaltigkeit ist heutzutage ein größeres Thema als jemals zuvor. Jeder bemüht sich die Umwelt möglichst wenig zu belasten, und selbst die Politik versucht durch immer neue Gesetze und internationale Abkommen die Ökosysteme des Planeten zu schützen.

Der Verbrauch von natürlichen Ressourcen ist ein vielschichtiges und schwieriges Thema, und die persönlichen Ansichten dazu gehen teilweise weit auseinander. Daraus wird schnell ersichtlich, dass es kaum eine allgemeingültige Lösung für das Problem der Nachhaltigkeit zu geben scheint.

Doch was sind die größten Probleme der Menschheit? Allen voran ist es der Klimawandel. Dieser wird zwar hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Energieträger verursacht, doch nicht ausschließlich. Tatsächlich spielt die Ernährung der Weltbevölkerung eine ebenfalls große Rolle. Doch auch kleinste Eingriffe in die Natur wirken sich auf das Klima aus. Jede Pflanze und jedes Tier enthält Kohlenstoff, welcher vorerst aus dem Kreislauf entfernt ist. Dies bedeutet jedoch nicht nur, dass die Tiere und Pflanzen, welche auf unserem Speiseplan stehen, eine Rolle spielen, sondern jeder Grashalm und selbst das kleinste Insekt.

Doch was bedeutet dies für unseren Alltag?

Das Problem, welches dahinter steckt ist winzig und zugleich riesengroß. Selbstverständlich zerstört ein wenig gejätetes Unkraut nicht das Klima. Doch es symbolisiert das große Problem, welches im Mittelpunkt aller anderen Probleme steht und doch zu gern übersehen wird. Wenn wir von Ressourcen und einem Ressourcen sparenden Leben sprechen, dann meinen wir in der Regel keine Lebensmittel zu verschwenden, den Fleischkonsum zu reduzieren, zu recyceln und ökologische Energiequellen zu nutzen.

Doch wie viel bringt ein umweltbewusstes Leben der Umwelt tatsächlich? Die Wahrheit ist leider sehr ernüchternd. Selbstverständlich reduziert eine umweltbewusste Lebensweise die entstehenden Schäden an der Natur. Die Herstellung pflanzlicher Nahrung verbraucht weniger Ressourcen als die Herstellung tierischer Nahrungsmittel, erneuerbare Energiequellen schaden der Umwelt und dem Klima weniger als fossile Brennstoffe und Recycling reduziert den Verbrauch neuer Rohstoffe.

Das klingt doch alles sehr gut soweit, oder etwa nicht? Wenn man genau hinguckt, dann nicht. Die Formulierungen „weniger Ressourcen“, „schaden weniger“ und „reduziert den Verbrauch“ haben letztlich alle eine gemeinsame Aussage: Egal wie umweltbewusst wir leben, so verbraucht jeder Mensch Ressourcen.

Welche Auswirkungen hat diese Tatsache auf die Umwelt? Auf eine einzelne Person gerechnet, hat eine umweltschonendere Lebensweise durchaus einen positiven Effekt auf den Planeten. Doch lebt auf der Welt nicht eine einzelne Person. Tatsächlich leben mehr als 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde – und dies macht einen gravierenden Unterschied für alle Bemühungen die Umwelt zu schützen. Das Bevölkerungswachstum beträgt etwa 230.000 Menschen pro Tag, die alle neue Ressourcen benötigen. Selbst wenn wir alle ein umweltbewusstes Leben führen, so müssen für diese neuen Menschen mehr Nahrung und mehr Energie produziert werden, als es bisher der Fall ist. Und diese Menschen benötigen ein Mehr an Rohstoffen, welche noch nie verbraucht worden sind und somit auch nicht durch Recycling wieder gewonnen werden können.

Doch neben all diesen Dingen brauchen mehr Menschen vor allem mehr Platz zum leben. Es müssen mehr Häuser und mehr Infrastruktur errichtet werden. Doch dies sind alles Ressourcen, welche diese neuen Menschen der Umwelt entreißen – ganz gleich wie wenig von allem.

Es klingt sicherlich hart und es ist eine unangenehme Wahrheit, doch ein umweltbewusstes und insbesondere langfristig nachhaltiges Leben der gesamten Menschheit ist nur möglich, wenn eine Weltbevölkerung erreicht wird, die der Planet dauerhaft ertragen kann. Der Earth Overshoot Day ist ein Maß für den menschlichen Ressourcenverbrauch und zusammen mit wissenschaftlichen Berechnungen ergibt sich, dass kaum mehr als 1 Millarde Menschen dauerhaft auf der Erde leben kann – 6,5 Milliarden weniger, als es aktuell sind.

Die bittere Konsequenz daraus ist, auf den Punkt gebracht: Wer nachhaltig leben will, müsste den eigenen Kinderwunsch der Umwelt zuliebe aufgeben?