Kategorie: Alternative Ideen

Die Biokiste – gesund, bunt gemischt und ganz ohne Verpackungsmüll

Die Ware, die man im Supermarkt kauft, wird oft aus fernen Landen zu uns gebracht und umständlich und sehr viel CO2 verbrauchend transportiert. Danach wird sie in reichlich Plastik verpackt, lauter kleine Portionen erstellt, die den Konsumenten auch optisch anlocken sollen. Dass dies ein Unding ist, finden immer mehr Menschen und wenden sich unter anderem den Biokisten zu, die diverse Vorteile aufweisen. Sie aufzuzählen macht nicht nur Spaß, sondern könnte auch den Einen oder Anderen zum Umdenken bezüglich seiner Einkaufsgewohnheiten bringen.

Worum geht es bei diesen Kisten?

Kurz eine Vorbemerkung zu den Biokisten allgemein. Diese Kisten werden von diversen Anbietern zusammen gestellt und in ganz unterschiedlichen Gebinden angeboten. So kann man Kisten für ganze Familien ordern oder für eine Bürogemeinschaft, aber auch als Single kann man sich an der Kiste erfreuen. Wer sich für diese Lösung entscheidet, hat schon einmal einen Schritt weg vom Müllberg der Verpackungen gemacht, hat aber auch gleich den Vorteil erzielt, dass er die Kiste direkt ins Haus oder Büro geliefert bekommt. So kann man sich auf ein oft sehr schön wechselndes Angebot freuen und erspart sich auch das nach Hause Tragen der Ware. Dass diese frisch ist, ist klar, denn sie stammt direkt aus der Umgebung und wird nur einem kurzen Transportweg ausgesetzt. Einmal schnuppern – es ist klar, wie frisch die Sachen sind!

Wie eine Wundertüte – was ist heute drin?

Als Nutzer der Biokiste kann man natürlich eine normale Einkaufsliste anfertigen und sie einreichen, aber das scheint für viele Fans nicht so reizvoll. Jede Woche etwas Anderes und immer etwas Gutes, das scheint als Motto viel attraktiver zu sein. Auch das weicht also von den Einkaufsgwohnheiten der meisten Konsumenten ab. Überraschung, was mag hier Gutes warten? Das ist ein vertrauensvoller Zugang zu den Lieferanten/Produzenten, der auch ein Stück Nähe zu diesen schafft. Auch in der Hinsicht ist hier also alles etwas anders.

Der Müll entfällt – die Kiste enthält alles

Da die Biokiste nur von A nach B, also vom Erzeuger zum Verbraucher gelangt, muss nichts aufwändig geschützt bzw. verpackt werden. So liegen in den Papp- oder Holzkisten Äpfel neben Kartoffeln, daneben vielleicht ein Bund Lauch. Na und, es wird doch eh alles zusammen in den Kühlschrank oder in die Speisekammer gepackt! Das aus der Plastikhülle Ziehen der Ware entfällt, auch das ist ein Stück Bequemlichkeit. Aber das ist sicher nicht der Hauptgrund für die Entscheidung „pro Kiste“.

Auch denkbar: Man holt die Kiste an einem festen Ort ab

Es ist in manchen Großstädten auch Usus, dass sich die Kisten- Abonnenten ihre wöchentliche Ration in einem Laden abholen. Dort treffen sie auf die Erzeuger, die liebevoll die Kisten oder Körbe zusammen gestellt haben und sie mit Namen versehen. Ein Schwatz ist immer drin, man kennt sich. So wachsen Stadt und Land auch noch mehr zusammen. Hinzu kommt, dass für die Hersteller durch die Abos der Kisten ein festes Kontingent von Abnehmern entsteht, das sie von den teilweise unseriös niedrigen Preisen, die die Handelsketten zahlen, unabhängig machen.

Viele Vorteile sprechen also für dieses Modell: Müll wird vermieden, ein steter Kreislauf wird erzeugt, und man hat als Konsument immer frische regionale Ware. Und wann werden Sie zum Biokistianer?

Unverpackte Ware kaufen

Ein Einkauf in einem Discounter genügt und schon ist der Gelbe Sack voll. Alles in Plastik und das noch doppelt und dreifach. Muss das denn wirklich sein? Nein, es geht auch anders.

Unverpackte Waren kaufen

Unverpackte Lebensmittel ohne Plastiktüten

Natürlich muss jetzt niemand unbedingt seine Einkaufsgewohnheiten ändern, da auch Discounter immer mehr Waren unverpackt anbieten. Hier sollte aber auf die Plastiktüte verzichtet werden, sondern jeder kann seine eigene Verpackung mitbringen. Mittlerweile gibt es wieder die Brottüten aus Papier, die sich hervorragend für den kleinen Einkauf lohnen. Sollte es mehr an Obst und Gemüse sein, kann dafür eine Aufbewahrungsdose mitgenommen werden. Klar, die sind schwerer, doch viel besser für die Umwelt. Selbst wenn Mülltrennung zu Haus gemacht wird, kann leider nicht jede Plastiktüte wieder aufbereitet werden. Genau um diesen Plastikmüll geht es, und der Wiederstand, wächst. Es gibt doch wesentlich bessere Möglichkeiten, Lebensmittel anständig zu verpacken. Ältere Menschen kennen diese Möglichkeiten noch, da wurde die Milch noch in der Milchkanne gekauft. Einweckgläser waren gleichzeitig Gläser für Mehl, Zucker und Salz. Das Brot wurde noch im guten alten Einkaufsnetz beim Bäcker um die Ecke abgeholt. Genau diese Möglichkeiten gibt es jetzt wieder in vielen Städten.

Unverpackt Läden eine echte Alternative

Im ersten Moment hört sich das ungewohnt an, denn in diesen Läden gibt es alles ohne Verpackung. Selbstverständlich können solche Geschäfte nicht die billigen Preise von Discountern anbieten, dafür wird sich die Umwelt und die eigene Mülltonne freuen. Hier muss jeder seine Verpackung mitbringen, womit die Müllberge schrumpfen können. Selbst kleinere Mengen sind dann möglich, was gerade für kleinere Haushalte ein Vorteil ist. Mehl gibt es in diesen Läden nicht ordentlich verpackt, sondern in Behältern. Das Mehl kann dann ganz nach bedarf in die eigene Verpackung umgepackt werden. Natürlich muss vorher die Tara von der Verpackung genommen werden, damit nachher nur das Mehl bezahlt wird. Noch eine Neuerung oder Wiederentdeckung gibt es in diesen Geschäften. Hier gibt es die gute alte Seife wieder und das auch in größeren Mengen. Die Seife ist nicht nur für die Handwäsche geeignet, sondern es gibt sogar wieder Haarseife. Also muss niemand die vielen Verpackungen aus Plastik kaufen, vielmehr haben wir es selbst in der Hand. Nicht alle Plastikverpackungen landen, dort wo uns versprochen wird, sondern wird einfach im Meer verklappt.

Die Alternative kaufen

Im ersten Moment machen die unverpackten Waren vielleicht ein wenig mehr Arbeit, doch das täuscht. Zu Hause sind dann diese Waren schon in den richtigen Dosen und Gläser. Der Müllberg wird weniger und wir alle können etwas dazu beitragen. Wer noch keinen solchen Laden mit unverpackter Ware in der Nähe hat, der sollte bewusster einkaufen. Selbst im Discounter kann unverpackte Ware gekauft werden. Genau auf diese sollte zurückgegriffen werden. Nur so können wir unserer Umwelt wirklich helfen.

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Tauschen und weiter geben – so werden Dinge mehrfach genutzt!

Was ich nicht mehr brauche, kann dir vielleicht noch nützen – Tauschen und weiter Geben

Tauschen und Weitergeben

In einer Zeit, in der viele Dinge nur kurzfristig von Interesse zu sein scheinen, kommt sehr schnell eine Wegwerfmentalität zustande. Um dieser entgegen zu wirken, könntest Du in Deinem Umfeld auch ein „zu verschenken“ Netzwerk etablieren. Spannende Dinge warten auf Euch alle!In Großstädten wie Berlin und Hamburg sind sie seit einigen Jahren schon gang und gäbe: Ganze „Häuschen“, komplett mit Wasser dichter Plane oben drauf, in denen auf Regalen lauter schöne Dinge warten, stehen herum. Das „schön“ ist in diesem Fall, wie bei allen Dingen im Leben, relativ, denn was Du als Nutzer dort als „möchte ich nicht mehr haben“ ablädst, kann für den nächsten Besucher die wahre Freude sein. Nicht nur so genannte arme Leute nutzen solche informellen und Tag und Nacht geöffneten Tauschbörsen, auch viele ökologisch bewusste und durchaus finanziell gut ausgestattete Zeitgenossen setzen mit dieser Art von Recycling dem „ex und hopp“ Wahn unserer Zeit klar etwas entgegen.

Bücher, Spielzeug, Schals und Schmuckstücke

Solche Orte sind nicht nur wahre Wundertüten im Sinne dessen, dass man als Besucher nie weiß, was man dort findet. Sie sind auch Orte der Begegnung und der Kommunikation. Anders als bei den klassischen, von den Kirchen oder karitativen Organisationen betriebenen Kleiderkammern etc. sind solche „free Boxes“ Teil einer lokalen Gegenkultur, die auf Geben und Nehmen setzt, die sich aber auch dadurch auszeichnet, dass sie Menschen anzieht, die bewusst dem Konsum etwas entgegen setzen und sich weitgehend autark versorgen. Mit solchen Menschen kommt man sehr leicht ins Gespräch und erfährt dabei auch manche interessante Lebensgeschichte. Ein doppelter Gewinn also!

Selbst aktiv werden: einen Nachbarschaftsflohmarkt organisieren

Zum Wegwerfen zu schade - Gebrauchtes wieder verkaufen oder verschenken statt wegwerfen

Wenn in Deiner Nähe nicht schon ein solches Projekt vorhanden ist, kannst Du Dich einmal schlau machen und heraus finden, ob nicht irgend wo ein Ort frei ist, an dem einige Bänke schon die Basis für „free Boxes“ bieten könnten. Wenn sich nichts Derartiges anbietet, lässt sich mit sporadischen oder regelmäßigen Aktionen so etwas Ähnliches auch im direkten Umfeld erzielen. Ihr könntet zum Beispiel per Handzettel Eure Nachbarn dazu animieren, sich zu einem Hofflohmarkt einzufinden, der ganz sicher auch Besucher von außerhalb anzieht. Solche Aktionen erfordern nur wenig Aufwand: ein paar Tapeziertische, Klappstühle, Samtdecken und die obligatorischen Kuchen aus eigener Produktion.

Auch eine große Hilfe: das Internet

Natürlich kann man solche Aktionen auch digital anschieben. Es gibt eine ganze Reihe von „Sharing“ Seiten, auf denen man Dinge einstellen kann, die man los werden möchte und die Andere noch brauchen könnten und umgekehrt. So etwas funktioniert auch sehr gut und sorgt ebenfalls für ein gewisses Community Feeling. Hier können sogar Lebensmittel noch gerettet werden. Wenn Du also noch angebrochene Packungen Käse oder Brot hast, eine Reise naht, kannst Du diese Lebensmittel gut an dankbare Abnehmer weiter geben. Wenn Du Dich für diese neue Form des Sharings öffnest, kannst Du nicht nur richtig Geld sparen, sondern auch aktiv etwas für die Umwelt tun. Ressourcen lassen sich eben auch durch mehrfache Nutzung von Dingen schonen. Sei einfach dabei – Dein neuster Lieblingspulli wartet in der nächsten free Box schon auf Dich!

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