Der Verbrauch von Ressourcen und der Klimawandel sind zwei zentrale Themen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Insbesondere an den Problemen, welche die Versorgung mit umweltschonender Energie betreffen, arbeitet die Politik zusammen mit innovativen Unternehmen. Doch während sich alle auf den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid aus der Industrie und aus Autoabgasen konzentrieren, geht ein anderes, leider wesentlich unangenehmeres Thema unter.

Unangenehmer ist es, weil es nicht die Industrie, die Konzerne, die Autohersteller oder irgend jemand anderes betrifft, sondern jeden einzelnen Menschen. Genauer gesagt betrifft es eines unserer elementarsten Grundbedürfnisse: das Essen.

Hierbei stellen sich Fragen, wie unsere Nahrung mit dem Ressourcenverbrauch zusammenhängt. Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht und es spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle. Doch zunächst lässt sich das grundlegene Problem stark vereinfachen. Die Produktion von Nahrung verbraucht Ressourcen wie Wasser, Platz und Nährstoffe aus dem Boden. Nachhaltigkeit bedeutet zunächst Ressourcen möglichst effizient zu nutzen. Dies bedeutet keine Nahrung zu verschwenden und Nahrungsmittel aus sinnvoller Landwirtschaft zu nutzen. Sinnvoll ist jedoch ein schwieriger Begriff, der nicht zwingend etwas damit zutun hat wie ökologisch ein landwirtschaftlicher Betrieb arbeitet.

Nun stellt sich die Frage, wie jeder Mensch Ressourcen sparen kann. Zunächst sollte die Energiepyramide der Nahrungskette bedacht werden. Diese besagt, dass nur 10 % der Energie einer niedrigeren Stufe in Biomasse der nächsten Stufe umgesetzt wird. Vereinfacht heißt dies: Wenn ein Nutztier mit pflanzlichem Futter ernährt wird, dann muss es 10 kg Nahrung aufnehmen um 1 kg Fleisch anzusetzen. Hierbei müsste noch der Kaloriengehalt des Futters und des Fleisches bedacht werden, jedoch soll dies als Näherung genügen. Somit haben Veganer durchaus in gewissem Umfang Recht damit, wenn sie ihre Ernährungsweise als umweltfreundlicher bezeichnen.

Doch ist dies nicht ganz so einfach. Denn neben der Energiepyramide kommen weitere Faktoren hinzu, welche dies stark relativieren. Der Großteil des konsumierten Fleisches kommt aus lokalen Betrieben. Diese haben bereits Ställe, Äcker zum Anbau des Futters und andere Dinge angelegt und verbrauchen nur lokale Ressourcen. Veganer sind hingegen gezwungen ihren Eiweißbedarf mit bestimmten pflanzlichen Nahrungsmitteln zu decken, allen voran Tofu aus Soja. Im Vergleich zeigt sich jedoch, dass Tofu rund 70 % weniger Proteine enthält als beispielsweise Hühnerfleisch. Dies macht Soja nicht mehr 90 % sinnvoller, wie es die Energiepyramide suggeriert, sondern nur noch 20 %.

Nun könnte man meinen, dies sei besser als nichts. Doch stimmt dies nicht. Während Fleisch lokal produziert wird, stammt Soja aus den Tropen. Dies bedeutet, dass zusätzliche Ressourcen für den Transport hinzu kommen. Doch selbst wenn sich dies noch immer lohnen sollte, bleiben weitere Probleme. Denn wenn alle Menschen Veganer werden, fehlen Anbauflächen. Während sich in Mitteleuropa Böden gut von landwirtschaftlicher Nutzung erholen können, ist dies in den Tropen nicht der Fall. Dies macht es notwendig immer neue Böden zu erschließen – und dies geschieht durch Rodung von Regenwäldern. Die Auswirkungen auf das lokale Ökosystem und letztlich auch auf das Klima sind enorm. Auch Reis, als die vielleicht wichtigste Nahrungsquelle in vielen Entwicklungsländern, ist außerordentlich problematisch. Aufgrund der Anstaubewässerung produzieren Reisfelder enorme Mengen Methan – ein schlimmeres Treibhausgas als Kohlenstoffdioxid.

Doch wenn vegane Ernährung nichts zu retten scheint, was bleibt dann noch übrig? Gar nichts essen? Selbstverständlich ist dies unmöglich, jedoch ist der Ansatz nicht verkehrt. Rund 40 % der weltweiten Landfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Um den Welthunger und das Bevölkerungswachstum zu kompensieren, ist viel mehr notwendig. Doch dies ist für den Planeten nicht tragbar. Die einzige Lösung um Ressourcen im Zusammenhang mit der Ernährung einzusparen, ist letztlich eine drastische Reduktion der Weltbevölkerung. Dies zu erreichen muss obersten Stellenwert haben und jeder, der den Planeten schützen will, könnte dazu beitragen, indem er auf einen eigenen Kinderwunsch zum Wohle der Weltbevölkerung verzichtet?